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Bibliographie zu Kleidung und Mode

       Lexikon der Textildesigner 1950 - 2000

 

Prof. Dr. Jutta Beder

In diesem Lexikon sind Textildesigner, in der Mehrzahl Textildesignerinnen, der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgeführt, von denen Entwürfe zu Textilmusterungen in schriftlichen Zeugnissen nachweisbar sind.
Textildesigner und Textildesignerinnen werden im Zusammenhang mit Stoffmusterungen selten namentlich erwähnt, da bei der Bezeichnung von textilen Stoffen zumeist die Firmennamen im Vordergrund stehen. Dies können die den Stoff herstellenden Firmen sein und / oder Verlage, über die die Stoffe vertrieben werden.
Gleichwohl haben gerade in dem Zeitraum zwischen 1950 und 2000 bedeutende Textildesigner und Künstler Dessins für Stoffe entworfen, die in ihren Anwendungsbereichen von Innenraum- und Kleiddesign wichtige Beiträge zum Design liefern und die Grenzbereiche zwischen Design und Kunst immer wieder neu überschreiben.
Nach dem zweiten Weltkrieg, als die Textilindustrie weltweit boomte und Stoffe in immer größeren Mengen immer schneller auf den Markt gebracht wurden, suchten Textildesigner zunächst Neuorientierung, die in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich ausfällt und zwischen Fortführung von traditionellen Musterentwürfen und neuen zukunftsweisenden Experimenten liegt. In den 1960er Jahren bestimmen dann Dessins skandinavischer Entwerfer das Textildesign, in den folgenden Jahrzehnten Dessins italienischer und japanischer Entwerfer. Dabei lösen die Weiterentwicklung der Materialien und die neuen technischen Verarbeitungs-möglichkeiten besonders innovative Schübe aus.
Dieses Lexikon entstand im Zusammenhang mit einem Projekt zur Erforschung des Textildesigns der Nachkriegszeit und ist als Grundlagenforschung zu verstehen. Quellen sind Literatur und Zeitschriften der Zeit, die jeweils auch angegeben werden, ohne aber den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Die Zusammenstellung hat in unendlicher Geduld Claudia Wisniewski erarbeitet, die Überarbeitung hat Katja Sommerseisen durchgeführt. Beiden danke ich an dieser Stelle.

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Ilvessalo, Kirsti

* 1920, Finnland; Textilkünstlerin.

Ausbildung an der Kunstindustrieschule Helsinki. 1947-52 Leiterin der Handarbetets-Vänner-Verkaufsstätte. Seit 1947 eigene Werkstatt in Helsinki; Unterricht in Textilkomposition an der Kunstindustrieschule Helsinki. Seit 1958 künstlerische Mitarbeiterin bei Barker-Littoinen. Zahlreiche Preise in Teppich-, Stoffdruck- und Silberwettbewerben. Vertreten mit Rya-Teppichen im Victoria & Albert-Museum, London, in den Kunstindustriemuseen in Drontheim und Kopenhagen, Nationalmuseum Stockholm, Stedelijk Museum, Amsterdam und Louisiana-Museum. Ausstellungen: Triennale Mailand 1951-60 (Goldmedaillen 1951, 1960, Grand Prix 1954), außerdem vertreten bei den Ausstellungen „Formes Scandinaves“, Louvre, Paris; „Design in Scandinavia“ USA, 1954-57; „Finlandia“, Finnische Ausstellung in Zürich, Amsterdam und London 1961. Goldmedaille auf der Internationalen Textilausstellung in Kalifornien 1960. Einzelausstellung Kopenhagen 1959. International bekannt durch ihre Rya-Teppiche, in denen sie die jahrhundertealten traditionellen Muster der finnischen Volkskunst mit neuen, individuellen Farbtönen gestaltet. Sie bevorzugt dunkle, rote und schwarze Nuancen. Ihre Entwürfe für schlichte, gut durchdachte Möbelstoffe werden sowohl industriell als auch in ihrer eigenen Werkstatt hergestellt. Mitarbeiterin von Alvar Aalto bei der Innenausstattung einiger seiner wichtigsten Gebäude, z.B. Folkepensionsanstalt und Kulturhaus in Helsinki, Pädagogische Hochschule in Jyväskylä.

Lit.: Zahle, Erik (Hrsg.): Skandinavisches Kunsthandwerk. München/Zürich 1963, Abb. 183, 185, 195, 196; Dictionnaire International Des Arts Appliqués et du Design, Paris 1996, S. 295



Independent Designers Federation:

Bell, Cressida, Heartshorne, Sally Ann, Hugill, Lynne Sgubbi, Chrissie(s. dort)



Ingelög, Kristin

1952/53 Entwurf für einen Druckstoff (“Birds in the Reeds”) für Mölnycke Väfveri AB, Schweden.

Lit.: Fiell, Charlotte & Peter (Hrsg.): 50s Decorative Art. Köln 2000, S. 284



Iosa Ghini, Massimo

* 1959 in Borgo Tossignano; Italienischer Designer für Möbel, Textil, Mode und Werbung.

Studium in Florenz und am Polytechnikum in Mailand, dort Abschluß in Architektur. 1981 Anschluß an die Gruppe Zak-Ark. Seit 1982 Mitarbeit an zahlreichen Discotheken- und Videoprojekten sowie Zeitschriften. 1984 Gründung der Firma AGO. 1986 Teilnahme an der „12 New“-Kollektion der Memphis-Gruppe.

Lit.: Sípek, Borek (Hrsg.): Das internationale Design-Jahrbuch 1993/94. München 1993, S. 65



Ishimoto, Fuijwo

* 10.3.1941 in Ehime, Japan; Textildesigner.

Studium von 1960-64 an der Nationalen Kunsthochschule, Tokio; Graphik und Design. 1964-70 Tätigkeit als Graphiker für Ichida & Co., Tokio. 1971 Übersiedlung nach Finnland. 1970-74 Designer bei Decembre Oy, seit 1974 für Marimekko Oy, Helsinki. Seit 1978 Mitglied des Kunstindustriebundes Ornamo e.V. Um 1987 Stoffentwürfe für Marimekko, Finnland: aufgenommen in das „Internationale Design-Jahrbuch 1988/89“ ebenso um 1988, aufgenommen in das „Internationale Design-Jahrbuch 1989/90“. Zahlreiche Ausstellungen in Japan, Finnland und den USA sowie Bühnenausstattungen 1980 und 1989 für die Oper „Madame Butterfly“. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1983 Erhalt des Roscoe Preises, USA, und im gleichen Jahr sowie 1989 auf der Ausstellung „Finnland gestaltet“ Ehrenauszeichnungen. Retrospektive seiner Stoffentwürfe in Seinäjoki, 1989. Fünf Dekorationsstoffe in der Neuen Sammlung, München.

Lit.: Isozaki, Arata (Hrsg.): Das internationale Design-Jahrbuch 1988/89. München 1988, S. 177; Tuquets Blanca, Oscar (Hrsg.): Das internationale Design-Jahrbuch 1989/90. München 1989, S. 180, 181; Bangert Verlag (Hrsg.): Design der 80er Jahre. München 1990, S. 163, 178, 179, 182, 183; Wichmann, Hans: Von Morris bis Memphis. Textilien der Neuen Sammlung Ende 19. bis Ende 20. Jh.= Band 3 der Sammlungskataloge der Neuen Sammlung (München). Basel 1990; S. 289, 292, 311, 323; Girke-Filip, Susanne S.: Internationales Textildesign: die Zeit von 1960-1990. Seine Wechselbeziehung zwischen Architektur und Gesellschaft. In: Textilarbeit + Unterricht 4/1996, S. 177; Dictionnaire International Des Arts Appliqués et du Design, Paris 1996, S. 301; Neumann, Claudia: Design Lexikon Italien, Köln 1999, S. 24; Polster, Bernd: Design Lexikon Skandinavien, Köln 1999, S. 222, 223



Abb.: Dessin ‚Uomo’ 1988/89, Marimekko / Finnland (Isozaki, S. 177)

Isola, Aimaro

* 14.1.1928 in Turin; Architekt, Designer, Professor.

Studium der Architektur an der Universität in Turin (Diplom 1952); später Ordinarius an der dortigen Architekturfakultät. Seit 1952 gemeinsames Büro mit Roberto Gabetti. Neben ihren Bauten, u.a. Palazzo della Borsa, Turin (mit G.Raineri), 1969-74 Centro Residenziale Olivetti in Ivrea, konzipierten Gabetti und Isola auch Ausstellungsarchitekturen, u.a. 1960 die „New Designs in Italia Furniture Show“ in Mailand und 1962 die Ausstellung „Fashion-Style-Manners“ in Turin. Das Büro entwarf seit Beginn der 50er Jahre Möbel, Beleuchtungskörper, Beschläge und Armaturen sowie Teppiche und Textilien. Ein Teppich von 1970 in der Neuen Sammlung, München.

Lit.: Wichmann, Hans: Von Morris bis Memphis. Textilien der Neuen Sammlung Ende 19. bis Ende 20. Jh.= Band 3 der Sammlungskataloge der Neuen Sammlung (München). Basel 1990, S. 264; Dictionnaire International Des Arts Appliqués et du Design, Paris 1996, S. 301



Isola, Kristina

* 1946; Textildesignerin.

1966 Schule für Freie Kunst, 1967-71 Schule für Angewandte Kunst, Photographische Abteilung, in Helsinki. Seit 1979 Zusammenarbeit mit Maija Isola und Textilentwürfe für Marimekko Oy, Helsinki. Drei Druckstoffe in der Neuen Sammlung, München.

Lit.: Wichmann, Hans: Von Morris bis Memphis. Textilien der Neuen Sammlung Ende 19. bis Ende 20. Jh.= Band 3 der Sammlungskataloge der Neuen Sammlung (München). Basel 1990, S. 288, 289



Isola, Maija

* 1927, Finnland; Textildesignerin.

Ausbildung an der Kunstindustrieschule Helsinki. Malerin und Stoffdruckdesignerin für Printex. Ausstellungen in Europa und USA: „Design in Scandinavia“, USA 1960/61; Triennale Mailand 1957; Brüssel; „Formes Scandinaves“, Louvre, Paris; „Finlandia“, Finnische Ausstellung in der Bundesrepublik Deutschland 1956/57. Vier Druckstoffe in der Neuen Sammlung, München. 1962/63 Entwürfe für zwei Druckstoffe („Satula“, „Pyöryläinen“) für Printex O/Y, Finnland. Weiter nachweisbar: Druckstoffe „Mantilla“, „Keîsarînkruunu“, „Härkä“, „Istuva Härkä“, 1967/68, „Uimari“, 1971/72.

Lit.: Hård af Segerstad, Ulf: Skandinavische Gebrauchskunst. Frankfurt am Main 1961, S. 66; Zahle, Erik (Hrsg.): Skandinavisches Kunsthandwerk. München/Zürich 1963, Abb. 193, 197, 198, 199; Schoeser, Mary: Fabrics and Wallpapers. Twentieth-Century Design. New York 1986, S. 96; Wichmann, Hans: Von Morris bis Memphis. Textilien der Neuen Sammlung Ende 19. bis Ende 20. Jh.= Band 3 der Sammlungskataloge der Neuen Sammlung (München). Basel 1990, S. 268, 288, 289; Girke-Filip, Susanne S.: Internationales Textildesign: die Zeit von 1960-1990. Seine Wechselbeziehung zwischen Architektur und Gesellschaft. In: Textilarbeit + Unterricht 4/1996, S. 171; Fiell, Charlotte & Peter (Hrsg.): 60s Decorative Art. Köln 2000, S. 310, 323, 336, 337, 340



Itten, Anneliese

Ehefrau von Johannes Itten; um 1957 zwei Entwürfe für Dekorationsstoffe für die Vereinigten Seidenwebereien AG, Krefeld (Verseidag) nachweisbar.

Lit.: Architektur und Wohnform. Jg. 66, 1957/58, S. 79